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Technikfolgen-Abschätzung
Ubiquitäres Computing und Informationelle Selbstbestimmung
Im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung untersucht das Institut für Wirtschaftsinformatik an der Humboldt Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) die Folgen des "ubiquitären Computing" und die datenschutzkonformen Gestaltungsmöglichkeiten der damit verbundenen neuen Technologien. Das Projekt läuft unter der Bezeichnung "Technikfolgen-Abschätzung Ubiquitäres Computing und Informationelle Selbstbestimmung" (TAUCIS).
Mit ubiquitärem Computing wird eine neue Generation einer allgegenwärtigen Datenverarbeitung bezeichnet, die den Datenschutz vor neue Herausforderungen stellt.
Ubiquitäres Computing ermöglicht es zum Beispiel mittels der RFID-Technologie, Waren aller Art von der Schokolade bis zum Pullover, vom Reisekoffer bis zur Eintrittskarte, vom Reisepass bis zu Geldscheinen zu identifizieren und ihre Bewegung zu verfolgen. Sensorsysteme sollen Personen direkt identifizieren und lokalisieren. Mithilfe von Adaptivität und Kontextmodellierung sollen Geräte des Alltages wie ein Kühlschrank, Beleuchtung oder Heizung sich automatisch auf die (antizipierten) Bedürfnisse ihres Besitzers reagieren können und zur gemeinsamen Erfüllung von diversen Aufgaben auch miteinander kommunizieren (Ambient Intelligence).
"Wenn nun die Objekte nicht nur über sich, sondern auch über ihren Besitzer zu erzählen beginnen, dann sind wir als Verbraucher und Kunden mit ernsthaften Datenschutzproblemen konfrontiert", erläutert Dr. Johann Bizer, stellvertretender Landesbeauftragter und Projektleiter.
Ob auf kleinen Chips oder in den mächtigen Hintergrundsystemen der Lesegeräte - ubiquitäres Computing eröffnet heute noch kaum vorstellbare Möglichkeiten, das Verhalten von Menschen über die Objekte, die sie mit sich tragen, zu erfassen und zum Beispiel mittels Data Mining auszuwerten. "Diese Technologie bietet auch wirtschaftliche Vorteile, z. B. in der Warenlogistik. Umso wichtiger ist es, die Möglichkeiten einer datenschutzkonformen Gestaltung herauszuarbeiten."
Zur Förderung ausgewählt wurde das Projekt im Rahmen des Wettbewerbes "Innovationspotenziale der Informations- und Kommunikationstechnologie" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Das Projekt läuft bis zum 31. März 2006.
Sprecher: Dr. Johann Bizer, Dr. Sarah Spiekermann

